Von Tag zu Tag : Königlich

Gerd Nowakowski würde nicht staunen, wenn Christian I. wieder antritt

Gerd Nowakowski

Für Könige galt schon immer, dass die Tiefebenen der profanen Rentenregelung fern unter ihren Schlosstürmen liegen. Wozu ist man schließlich Monarch? Das gilt auch im Reich der Alternativen, wo Christian Ströbele als unangefochtener König von Kreuzberg zu Hause ist. Der grüne Popstar – und einzige direkt gewählte Regent – ist schlappe 69 Jahre alt, dank strikter Alkoholabstinenz und täglichem Milchgenuss noch so voller Spannkraft, um das dankbare Wahlvolk noch viele Jahre zu beglücken. Die Einzigen, die darüber rotieren, wenn er erneut antritt bei der Bundestagswahl 2009, werden seine politischen Gegner sein. Rotation? Stimmt, da war doch mal was: Als Christian I. 1985 zum ersten Mal in den Bundestag einzog, mussten die Abgeordneten noch basisdemokratisch verordnet nach zwei Jahren wegrotieren. Wer nicht mochte, wie der biestige Otto Schily, bekam mächtig Senge – und ging lieber zu den Sozen. Lange her. König Christian ist sich jedenfalls immer treu geblieben; er wird ewig sein linkes Banner knattern lassen. Auf eines kann der Herrscher der grünen Herzen sich verlassen: Wenn sein Volk ihn nicht mehr will, gibt es nicht das Fallbeil, sondern dann doch die Rente.

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