Von Tag zu Tag : Koffer-Koller

Klaus kurpjweit ist sich sicher, dass die Knef heute anders singen würde

Klaus kurpjweit

Berlin lebt mit ihnen. Schließlich hatte, wie wir alle wissen, nicht nur Hildegard Knef noch einen Koffer in Berlin. Ohne diese Behältnisse geht hier nichts – und mit ihnen manchmal auch nicht viel. Dabei ist völlig egal, ob sie schmutzige Wäsche – die es in der Stadt auch reichlich gibt – oder Geldscheine enthalten, die nach Liechtenstein transportiert werden sollen. Entscheidend ist, wo ein solches Ding steht. Und wer sich neben ihm aufbaut. Ist nämlich niemand zu sehen, taucht in der Regel schnell die Polizei auf und sperrt alles ab. Wie gestern wieder auf der Friedrichstraße. Im Koffer kann schließlich auch etwas Gefährliches sein. Deshalb alarmierte eine Frau in einem Laden die Polizei, nachdem der Unbekannte, der bei ihr seinen Koffer deponiert hatte, lange nicht mehr aufgetaucht war – ob aus Dämlich- oder Vergesslichkeit, wird den von der Sperrung Betroffenen egal gewesen sein. Dem Manne aber sollte man schon sehr deutlich machen, dass ein Koffer inzwischen mehr ist als nur ein Transportgefäß. Auch Hildchen würde heute sicher singen: „Ich habe meinen Koffer stets bei mir.“

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