Von Tag zu Tag : L – wie Lüge

Andreas Conrad gratuliert Gustav Langenscheidt zum Ferienende

Andreas Conrad

Dieser Sonntag war in zweifacher Hinsicht beachtenswert: Zum einen jährte sich zum 175. Mal der Geburtstag Gustav Langenscheidts, eines Sohnes dieser Stadt mit hohen Verdiensten um die Völkerverständigung. Zum anderen endeten die Ferien, und alle Berliner mit schulpflichtigen Kindern, die in der vergangenen Woche unter wärmender Sonne ebenfalls der Völkerverständigung nachgingen, werden den Tag verflucht haben. Das Zusammentreffen beider Termine regt womöglich den einen oder anderen zum Philosophieren über die sich wandelnden existentiellen Probleme an. Das Schlüsselerlebnis, das Langenscheidt zu seiner Lebensaufgabe führte, soll die versehentliche Wahl eines zweifelhaften Londoner Etablissements als Hotel gewesen sein – ein Schock, der ihn auf Abhilfe sinnen ließ. Heute hingegen ist das Hauptproblem allzu oft, wie man trotz des Schulbeginns ein paar Extratage Ferien herausschlägt: Die Kinder krank melden? Eine bewährte Methode. Allerdings, noch gut in Erinnerung sind die Nürnberger Methoden vom vergangenen Sommer: Nachzügler mit schulpflichtigen Kindern wurden am Flughafen von der Bundespolizei kurzerhand abgefischt.

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