Von Tag zu Tag : Lebbe geht weida

Gunda Bartels tröstet alle, die jetzt in ein dunkles, fußballloses Loch fallen

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Wie weiterleben nach der WM? Das fragt sich jeder, dessen Leben in den letzten vier Wochen ein Gefühlsgewitter aus Spannung, Freud und Leid, eine ewige Fanmeile, ein einziger Autokorso war. Okay, alle paar Tage Silvesterfeuerwerk ist jetzt erstmal vorbei, aber weiter geht es trotzdem. Nämlich so. Fernsehgucker: Einfach sitzen bleiben, irgendwas läuft immer. Rudelgucker: Schmeißt eine Party. Und wenn die aufhört, schmeißt die nächste. Merchandising-Fabrikanten: Zählt das Geld. Fahnenhisser: Macht mit Nadel, Garn, Schere und Kartoffeldruck schwarz-rot-goldene Sommermode. Chipsesser und Biertrinker: War da was? Nicht aufhören! Sportfans: Wer fragt nach Fußball, schließlich ist Tour de France. Vuvuzela-Virtuosen: Nix gelbe Tonne, einfach mal im Schalmeien-Orchester „Fritz Weineck“ anfragen, da wird bestimmt Verstärkung gebraucht. Fußballfans: Weint nicht, am 11. August ist Länderspiel. Berliner: Schluckt einmal kräftig, blickt nach vorne, herzt die vernachlässigten, wegen Fußballunlust in Ungnade gefallenen Lieben und wisst: Es ist Sommer und dies die Stadt, wo jeder täglich die Wahl zwischen 1500 Veranstaltungen hat.

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