Von Tag zu Tag : Leerstand

Bernd Matthies über die Lage der Schulen vor den Weihnachtsferien

Bernd Matthies

Das Parlament ist, wie ein alter Scherz besagt, mal voller und mal leerer, aber immer voller Lehrer. Darin unterscheidet es sich von den Berliner Schulen, die trotz aller Gesundbeterei von höchster Stelle mal wieder in höchster Personalnot in die Ferien driften. Mancher Schulleiter schickt jetzt schon Bettelbriefe an die Eltern mit der Bitte, doch mal nachzuschauen, ob nicht irgendwo in der Bekanntschaft eine geeignete Fachkraft brachliegt, die man als Vertreter einstellen könnte.

Klingt einfach, ist es aber nicht. Eine Referendarin, die nach dem 2. Examen in Neukölln ein Jahr lang vertreten durfte, hat jetzt eine Verlängerung zugesagt bekommen. Sie wird die Stadt dennoch verlassen. Warum? Weil die Verlängerung vom 31. Januar bis zum 1. Februar dauert – kein übler Scherz, sondern offenbar die Korrektur eines Formfehlers. Doch all das zusammen bietet immer das gleiche klägliche Bild einer hilflosen Bürokratie, die ihre Aufgabe einfach nicht in den Griff bekommt. Wie wäre es, wenn die Lehrer im Parlament sich mal ausnahmsweise um die Schulen kümmerten?

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