Von Tag zu Tag : Linkes Störfeuer

Sabine Beikler fragt sich, wie viel Solidarität es unter Linken gibt

Leicht fällt das Regieren den Berliner Linken nicht. Von westdeutschen Fundamentalisten werden sie seit Jahren attackiert: Mal ging es um den Verkauf der Landesbank, mal drohte den Berliner Genossen linkes Unheil wegen einer allzu freundlichen Europapolitik. Allmählich haben sie sich ein dickes Fell zugelegt und sehen Anfeindungen von außen gelassen entgegen. Fast wäre der Berliner Landesverband ein gallisches Dorf inmitten linker Traumtänzer. Wenn da nicht Gregor Gysi wäre, der seinen Berliner Genossen gern die Suppe kräftig versalzt. 2002 hatte Gysi als Wirtschaftssenator ein so schlechtes Gewissen wegen seiner Bonusmeilen, dass er sein Amt hinschmiss. Dann drohte er Ende 2008 vollmundig mit dem Ende der Koalition, als Wowereit im Bundesrat entgegen der Absprache für die Erbschaftssteuerreform stimmte. Eigenmächtig schlug Gysi kürzlich seinen Amtsnachfolger Harald Wolf als Spitzenkandidaten vor. Und vor einer Woche gab er seinem Parteifreund Dietmar Bartsch den tödlichen Dolchstoß. Da darf man sich als Berliner Linker schon mal fragen, ob der Feind unmittelbar im eigenen Lager sitzt. (Seite 12)

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