Berlin : Von Tag zu Tag: Luxus-Landung

Gerd Nowakowski

Willkommen in Berlin. Landung in Schönefeld im nächtlichen Schneesturm. Die Andockstationen sind zwar nahezu leer,doch die Maschine wird auf einer Außenposition geparkt. Durch die geöffnete Einstiegstür stiebt der Schnee. Der Fahrer des Shuttle-Busses übt für den Eintrag ins Guinnes-Buch der Rekorde und will sämtliche Passagiere unbedingt in sein Gefährt quetschen. Oder besitzt die Flughafengesellschaft nur einen Zubringerbus? Für die grantigen Grenzschützer scheinen Reisende, egal ob Deutsche oder Ausländer, sämtlich Schwerkriminelle zu sein, deren Papiere scharf ins Auge genommen werden müssen.

Wie in die Stadt kommen? Selbst für einen Eingeboren mit Ortskenntnis eine schwere Aufgabe. Hinweise auf Zubringerbusse oder Bahnverbindungen verstecken sich irgendwo, zu sehen ist nur ein S-Bahn-Logo. Wer dem Pfeil folgt, muss in die Nacht hinaus, sein Gepäck durch das Schneegestöber ein paar hundert Meter weit bis zum Bahnhof schleppen. Der Weg ist uneben, ungeeignet für die kleinen Kofferrollen, die Beleuchtung ist sparsam. Auf Wegweiser wurde auf dem Weg zum Bahnhof großzügig verzichtet. Nur wer das flache Bahnhofsgebäude kennt, kann sicher sein, dass er nicht irgendwo auf freiem Gelände ankommt.

Solche Irrungen und Wirrungen müssen Fremde bestehen, ehe sie in der S-Bahn sitzen oder den Flughafen-Express gefunden haben. Die Frage, warum es Berliner drängen sollte, von Schönefeld aus fliegen zu dürfen, ist beantwortet. Interessiert es jemand, wie freundlich empfangen sich ausländische Reisende fühlen müssen? Ein Besuch in der Stadt fängt auf dem Flughafen an. Willkommen in Berlin.

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