Von Tag zu Tag : Maja, hilf!

Andreas Conrad fand an Bienenhonig noch niemals Geschmack

Andreas Conrad

Die Sitte, weibliche Objekte des Begehrens als flotte Bienen zu bezeichnen, am besten gesegnet mit Wespentaillen, scheint der Sprachgeschichte anzugehören. Der Einfluss der überaus nützlichen Hautflügler aufs menschliche Sozialleben ist dennoch nicht zu unterschätzen und geht über die Honigproduktion weit hinaus. Man bedenke nur all die positiven Vereins- und Nachbarschaftskontakte, die dem beruhigenden Gesumm eines Bienenvolkes entspringen. Doch man hüte sich auch vor den Möglichkeiten des Missbrauchs, der sozialfeindlichen Dressur der stachelbewehrten Naturvölker – und wende nicht vorschnell ein, dies sei aufgrund dieser oder jener Regel ausgeschlossen: Ein perfider Bienendompteur wird sich daran nie und nimmer halten, vielmehr aus der Koniferendeckung seines Schrebergartens zum Angriff auf angrenzendes Terrain blasen lassen, um dessen ewig nervenden Nutzer in die Flucht zu schlagen durch den Angriff der Killerbienen. Eine Bedrohung des Friedens, die sich niemand vorzustellen vermag, der morgens nur ahnungslos sein Honigbrot schmiert.

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