Berlin : Von Tag zu Tag: Masken-Stars

Bernd Matthies

Wann hat es ein Politiker geschafft? Kassierer im Ortsverein, Kreisvorsitz, Bundestagsmandat, Kanzlerkandidatur - das sind wichtige Etappen auf dem Weg, zweifellos. Aber das einzig sichere Indiz für die Aufnahme in den Politiker-Olymp besteht darin, dass der Betreffende auf einer möglichst scheußlichen Karnevalsmaske verewigt wird und sich fortan in aller Welt multipliziert sieht. Eine Steigerung ist möglich, falls diese Maske dann auch bei besonders einträglichen Banküberfällen zum Einsatz kommt, aber das haben neben Donald Duck wohl nur Ronald Reagan und Richard Nixon geschafft.

Deutscher Masken-Star Nummer eins ist, Kunststück, Helmut Kohl. Die Hängebacken des größten aller Pfälzer geben allemal einen Lacher, zumal, wenn der Maskenträger auch noch ein wenig fundiert über die Gechichte und die Schönheiten St. Gilgens zu räsonieren weiß. Und Berlin? In der karnevalistischen Diaspora sieht es, wie wir soeben aus einer verdienstvollen dpa-Recherche erfahren, maskenmäßig finster aus. Aber wir müssen dies auch als Zeichen nehmen für die geringe Popularität der hiesigen Politiker, mit denen einfach niemand verwechselt werden mag. Gregor Gysi, so scheint es, könnte den Sprung bald schaffen, während wir für seinen Boss eher schwarz sehen. Aber vielleicht mit etwas Hilfe? Klaus Wowereit und Sabine Christiansen, die Paarläufer des Jahres, im Masken-Doppelpack? Könnte ein richtiger Hit werden.

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