Von Tag zu Tag : Mehr Slalom!

Andreas Conrad sieht in Berlin die künftige Wintersport-Hauptstadt

Die weiße Pracht dieser Tage offenbart nachdrücklich, dass beim Sportstättenbau dieser Stadt einiges im Argen liegt. Nehmen wir nur die Vier-Schanzen-Tournee, ein potenzieller touristischer Magnet für Berlin, der bis auf Weiteres aber nicht zum Einsatz kommt: Es gibt hier keine geeignete Schanze, und es ist auch keine geplant. Das war nicht immer so, noch in den fünfziger und frühen sechziger Jahren segelten Skispringer kühn vom Teufelsberg herab. Dort wurde Ende 1986 sogar noch der Weltcup im Parallelslalom ausgetragen, eine hier ebenfalls zu Unrecht vernachlässigte Sportart, obwohl es aufwärtsgeht: Gerade erst veranstaltete der Verein Berliner Schneehasen auf dem Lübarser Müllberg ein Slalomtraining, mit ein paar Schneekanonen ließe sich die dortige Saison leicht bis in den April ausweiten. Und auch sonst wandelt sich Berlin dieser Tage immer deutlicher zur Wintersport-Hauptstadt: Biathlon mit Luftgewehren am Ostbahnhof oder Massenschneeballschlachten erst auf dem Teufelsberg, jetzt im Görlitzer Park – München, wegen der nahen Berge deutsche Schnee-, Ski- und Rodelmetropole, wird sich bald warm anziehen müssen.

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