Von Tag zu Tag : Mit Augenklappe

Andreas Conrad misst Tom Cruise und Oliver Pocher an Karl Marx

An der Augenklappe kann es nicht gelegen haben, die saß in beiden Fällen auf dem rechten Fleck: links. Auch an den Waffenröcken, in die sich Tom Cruise für die Leinwand und Oliver Pocher fürs Fernsehen warfen, dürften nur Uniformknopfzähler Anstoß nehmen. Dennoch stieß nun Pochers Auftritt als Stauffenbergsche Cruise-Parodie, erst bei der Premiere des neuen Will Smith-Films am Potsdamer Platz, dann bei der ARD-Sendung „Schmidt & Pocher“ im Ersten Programm, auf die Kritik einiger ARD-Bosse. Das ist aus ihrer Sicht verständlich, zeugt aber von gehöriger historisch-philosophischer Unkenntnis. Hatte sich nicht schon Karl Marx über die These Hegels, alle großen weltgeschichtlichen Ereignisse und Personen ereigneten sich zweimal, mokiert: „Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.“ Dies als korrekt unterstellt, wäre zweifellos der originale Staufenberg mit seiner vergeblichen Tat die Tragödie, Pocher die Farce und Cruise ein indifferentes Mittelding. Oder Cruise die Farce und Pocher die ... Tja, viel bleibt nicht übrig, auch nicht mit Augenklappe. 

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