Berlin : Von Tag zu Tag: Mit Sicherheit

Gerd Nowakowski

Diese Bilder der fallenden Bomben, wir haben sie erwartet, seit vor drei Wochen die Türme des World Trade Center zusammengestürzt sind. Und dennoch kommt es überraschend, als habe man innerlich nicht wahrhaben wollen, dass der Gegenschlag irgendwann folgt. Die Bilder im Fernsehen gleichen denen, die wir vor zehn Jahren vom Krieg im Irak gesehen haben. In der Stadt ist wieder die Angst zu spüren, wie direkt nach den Anschlägen. Wir sind im Krieg. Wir. Nicht nur die USA, sondern die Nato und damit Deutschland. Haben wir das schon begriffen? Was bedeutet der Gegenschlag für das Zusammenleben in dieser Stadt, zwischen Deutschen und Ausländern, zwischen Christen und Muslimen? Die Bomben fallen in Afghanistan, doch Verantwortung für eine friedliche Stadt haben wir alle.

Am 11. September hat sich die Welt verändert; gestern Abend ein zweites Mal. In zwei Wochen wird in Berlin gewählt. Der Wahlkampf spielt plötzlich keine Rolle mehr. Und gleichzeitig ist die Frage, wie und von wem die Stadt regiert wird, so wichtig, wie seit Jahren nicht mehr. In Zeiten der Bedrohung werden Politiker an anderen Kriterien gemessen als am Unterhaltungswert. Wem trauen die Berliner die Führung zu? Auf die Grünen, die sich schwer damit tun, wie weit die Deutschen den Amerikanern helfen sollten, kommen auch in Berlin harte Tage zu. Und die PDS? Die verurteilt den Militärschlag - und sich selbst zum weiteren Verbleiben auf der Oppositionsbank?

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