Von Tag zu Tag : Mörderisch

Andreas Conrad liebt im Krimi Fantasie und Realität nur unvermischt

Andreas Conrad

Schüsse peitschen durch die Tiefgarage, ein Mann sinkt zu Boden, eilige Schritte hallen, Reifen quietschen – ja, so könnte eine Folge des TV-Krimis „Der Kriminalist“ beginnen, deren blutiger Fall dann Aufklärung fände im Landeskriminalamt des ZDF am Kottbusser Tor. Aber so begann einmal eine ganz reale Affäre, der Korruptionsskandal um den Baustadtrat Wolfgang Antes, der Mitte der achtziger Jahre die West-Berliner Politik erschütterte. Dass es damals in der Salzbrunner Straße ausgerechnet Makler Günter Schmidt traf, der wenige Jahre zuvor der Stadt den Betonkoloss des Neuen Kreuzberger Zentrums beschert hatte, in dem nun heute genau solche Bluttaten, zumindest in der Fantasie, zur Aufklärung gelangen – nun, solche Kreuz- und Querverbindungen erscheinen dem durchschnittlichen TV-Zuschauer in der Realität für durchweg ausgeschlossen. Und ein guter Drehbuchautor würde solch einen Einfall sofort wieder streichen.

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