Von Tag zu Tag : Nach Hause

Bernd Matthies gefällt Frank Zanders unermüdliche Sozialarbeit

Bernd Matthies

Über Frank Zander ließe sich allerhand Kritisches sagen. Sein Schaffen ist nicht unbedingt subtil, sein Humor Geschmackssache, kein Meisterdenker des Feuilletons hat seinen Erkenntnissen je einen theoretischen Diskurs gewidmet. Und seine Stadionhymne „Nur nach Hause“ wird Hertha auch nicht retten können.

Doch was soll’s – er hat es geschafft und trotzdem diejenigen nicht vergessen, die es vermutlich nie mehr schaffen werden. Seine Gänsebratenfete für die Obdachlosen, alljährlich kurz vor Weihnachten, ist jene rare Art von Berliner Herz-mit-Schnauze-Veranstaltung, die in der Stadt mehr Zusammenhalt stiftet als sämtliche Millionenzusammenkünfte vor dem Brandenburger Tor.

Dabei ist die Idee ganz einfach. Zander hat organisiert, Sponsoren genötigt, andere Prominente zum Mitmachen gebracht, einfach, weil er wollte, dass die Gescheiterten der Stadt einen Abend ganz für sich haben, an dem sie sich in ihrer Würde bestätigt und als Menschen akzeptiert sehen können. Nur nach Hause können sie nicht – das wird auch ein Frank Zander nicht ändern können.

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