Von Tag zu Tag : Navi? Naiv!

Gerd Nowakowski bewundert, wie sich die Polizei auf wichtige Dinge konzentriert

Gerd Nowakowski

Nachts darf bei der Polizei nichts passieren: zu wenig Personal, um zu reagieren. Diese Dienstplanung ist ungemein beruhigend, weil es ja auch der Lebenserfahrung entspricht, dass im Dunkeln eh nichts los ist bei den Kriminellen. Um ganz auf der sicheren Seite zu sein, könnte die Polizei aber eventuell noch ein Rundschreiben aufsetzen: Liebe Gauner, bitte geht eurer Arbeit nur zwischen 6 und 22 Uhr nach, weil wir euch sonst nicht fassen können. Das wirkt ganz bestimmt.

Dann kann sich die Polizei auf die wirklich wichtigen Sachen konzentrieren. Etwa um dem erschütterten Mann, dem unlängst Diebe das vom Hersteller fest eingebaute Navigationsgerät geklaut hatten, zu erklären, dass er selber schuld sei, weil er sich nicht längst ein transportables Navi angeschafft hat. Das baut enorm auf. Ebenso wie die Auskunft derselben Polizeiwache zwei Wochen später, als Diebe nächtens erneut versuchten, das gerade ersetzte Navi zu stehlen, was allein vom ungeplant aufwachenden Autobesitzer unterbunden wurde. Auf die Frage, was man gegen erneute Einbruchsversuche tun könne, empfahl der Polizist, das Auto nicht auf das eigene Grundstück, sondern „an eine belebte Ecke“ zu stellen. Wie naiv, zu glauben, die Polizei würde vielleicht verstärkt ein Augenmerk ...

Aber die müssen eben mit voller Kraft nach den Dieben suchen. Es ist wahrscheinlich auch hohe Fachkunst der Kripo, sechs Wochen nach dem Diebstahl noch nicht mit dem Nachbarn gesprochen zu haben, der eine detaillierte Beschreibung von drei Männern geben könnte, welche sich vor dem Navi-Klau sehr auffällig für den Wagen interessierten. Solch eine Aussage lenkt nur ab. Die sind den Dieben ganz, ganz nah auf der Spur, das darf als sicher gelten.

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