Von Tag zu Tag : Niedriger!

Bernd Matthies stöhnt über die Neuauflage eines alten Streits

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Ach, es ist was Furchtbares mit all den Fahnen in Deutschland. Ob drunter, uffta, morsche Knochen zittern oder bunte Schwule tanzen – immer nehmen wir sie so ungeheuer wichtig, viel wichtiger, als sie es verdienen.

Wer da also dachte, das Berliner Symboltheater um die Regenbogenflagge zum Christopher Street Day habe sich in den späten Neunzigern erledigt, der irrt. Aktueller Stand: Während Klaus Wowereit das bunte Tuch schon fröhlich ausbreitet, hat irgendein Paragraphenreiter in der Innenverwaltung herausgefunden, dass es an den Rathäusern der Stadt nicht wie bisher eine Woche lang, sondern nur am Tag selbst hängen darf. Ein Abstimmungsfehler, der durch ein paar Telefonate vermutlich leicht aus der Welt zu schaffen ist.

Aber ach, schon ist die Krise da, dröhnen die lesben- und schwulenpolitischen Sprecher der Grünen vereint in feinster Sprachregelung von einem „Affront gegen die lesbisch-schwule Community“. „Niedriger hängen!“, sagte Friedrich der Große, als er an einer gegen ihn selbst gerichteten Karikatur vorbeiritt. Das könnten wir auch mit der Regenbogenfahne mal versuchen (Seite 10).

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