Von Tag zu Tag : Nord-Berlin

Andreas Conrad kapert mit Karl May den Parteitag der Piraten.

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Aus Piratensicht ist es jammerschade, das Kapitän Kaiman nie den Ruhm von Old Shatterhand und Winnetou, auch nicht den von Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar erlangte. Kapitän Kaiman? Ganz recht, ein Seeräuber aus der Feder Karl Mays. Kennt kaum einer, wird auch nie in der Festspielschlucht von Bad Segeberg ähnlich umjubelt werden wie die genannten Freundespaare. Aber irgendwie schwebt der Geist des Dichters und damit auch der des Freibeuters über dem Landkreis Segeberg. Kein Wunder also, dass sich die Schleswig-Holsteinischen Piraten an diesem Wochenende ausgerechnet dort zum Wahlkampfauftakt zusammengerottet haben, um den Kieler Landtag zu erobern. Genaugenommen in der Gemeinde Seedorf, und dort im Ortsteil Berlin, präziser noch: auf dem Potsdamer Platz. Den gibt es in dem erstmals 1215 erwähnten Dorf ebenso wie Kurfürstendamm, Heerstraße, Lichterfelde oder Unter den Linden. Das geht auf Einheimische zurück, die vor 100 Jahren an der Spree dienten. Zum Glück hieß der Platz vor dem Reichstag damals noch Königsplatz. Die Totenkopfflagge auf dem Platz der Republik, Berlin? Für manchen wäre das ein Menetekel.

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