Von Tag zu Tag : Pico Bello

Stefan Jacobs über eine Innovation, die Raubtiere zu Nutztieren macht.

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In Berlin wird immer so viel geredet. Sondierungsgespräche auf Bundesebene, Bürgerdialog in der Zwischenebene am Flughafen Tempelhof, Bellodialog bei PR-Senator Heilmann. Da haben sich mal alle beschnuppert, manchmal gab es ein bisschen Gekläff, aber am Ende fühlten sich alle pudelwohl.

In Lüneburg dagegen tun die Hunde selbst was für ihr Image. Dort gibt es nämlich neuerdings das Berufsbild des „Waste Watch Dogs“, das sich nur schwer übersetzen, aber leicht erklären lässt: Speziell trainierte Hunde jagen dem Müll im Lüneburger Kurpark hinterher und tragen ihn direkt in den Abfalleimer. Eine Trainerin hat ihnen beigebracht, statt Stöckchen auch Tütchen oder Fläschchen oder Papierchen zu holen – ohne sich aber an Glasscherben oder Essensresten zu vergreifen. Prêt apporter heißt die Devise. Auch Berliner Politiker haben daran bereits Interesse angemeldet.

Wenn eines Tages auch in Berlin die Hunde die Schnauze voll haben mit dem, was andere so fallen lassen, können vielleicht die Gebühren für die Straßenreinigung wieder sinken. Die werden demnächst für viele erhöht, weil die BSR häufiger putzt. Was wiederum auch damit zu tun hat, dass jeder Hund zwei Seiten hat: Während er vorn äufräumt, legt er hinten Tretminen aus. Viel Arbeit für die Züchter. Oder für die Gentechniker?

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