Von Tag zu Tag : Pioniere

Andreas Conrad berauscht sich an der Eröffnung des neuen Flughafens.

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Wo wäre die Menschheit heute ohne die legendären Wettkämpfe ihrer Geschichte? Die Wettläufe der Weltentdecker, wer da und dort als Erster ankommt, wer hier oder da zuerst sein Fähnlein in den Boden rammt? Der Segeltörn gen Westen ins vermeintliche Indien, die Eroberung des Südpols oder des Mount Everest, die erste Überquerung des Atlantiks per Flugzeug, die erste Mondlandung – stets hatten die betreffenden Herren – ja, meist waren es Herren – es verdammt eilig, denn fast immer saß ihnen die Konkurrenz im Nacken. Sehen wir das Gerangel um den allerersten Start vom neuen Flughafen in Schönefeld also nicht als kleinliches Fingerhakeln, als ginge es um das Gerangel zweier Schulbuben, wer nach Öffnung einer neuen Eisdiele die erste Tüte mit der allerersten Kugel ausschlecken darf. Denken wir in größeren Dimensionen, im epochalen Maßstab sozusagen, denn für die Chefpiloten von Lufthansa oder Air Berlin mag es nur ein kleiner Handgriff sein, die Turbinen ihrer Maschinen zum allerersten Start auf vollen Schub zu bringen – es bleibt ein großer Schritt für die Menschheit, zumindest in Berlin.

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