Von Tag zu Tag : Plakatflucht

Thomas Loy beobachtet einen mysteriösen Fall von Wahlkreis-Untreue.

Die Plakatguerilla versucht weiter, das Wahlvolk in die Irre zu führen. Grünen-Alterspräsident Ströbele wird zum Heesters umdekoriert, die Linkspartei mutiert zum Kanzerlinwahlverein. „Wer Linke wählt, wählt Merkel“ steht auf einigen Plakaten. Und die SPD? Die hat jetzt eine ganz harte Plakatpappe zu knacken. Der Direktkandidat für Neukölln, Fritz Felgentreu, lächelt seit Wochen von Laternen im Nachbarbezirk Treptow-Köpenick. Dort heißt der SPD- Kandidat eigentlich Matthias Schmidt.

„Da stehen wir selber vor einem Rätsel“, sagt Felgentreu. Man habe beobachtet, dass nach dem Plakatieren in Neukölln ganze Straßenzüge wieder entplakatiert worden waren. „Aber warum jemand Felgentreu-Plakate in Neukölln ab- und in Treptow wieder aufhängt, weiß der Geier.“ Ein weiterer Spaß der Plakatguerilla? Denkbar wäre auch, dass Kandidat Schmidt glaubt, mit Felgentreupostern mehr Stimmen zu holen als mit den eigenen. Schmidt würde das natürlich niemals zugeben. Seinem Parteifreund schrieb er genossensolidarisch: „Lieber Fritz, das macht doch nichts. Das Wir entscheidet.“

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