Von Tag zu Tag : Plopp!

Andreas Conrad wird jetzt garantiert nicht zum Pingpong-Schläger greifen

Andreas Conrad

Für den ehemaligen englischen Stürmer Gary Lineker war Fußball ein Spiel, bei dem 22 Männer 90 Minuten lang einem Ball nachjagen, „und am Ende siegen die Deutschen“. Das ist nett formuliert, stimmt aber leider nicht, wie man sich erst beim jüngsten Sommermärchen wieder eingestehen musste. Es gibt eben im Leben nur wenige Gewissheiten, das zeigt sich auch hier. Aber einige gibt es schon: Ein Tischtennisspiel dauert zwar keine 90 Minuten, Zeit spielt gar keine Rolle, auch benötigt man weniger Personal – aber am Ende siegen die Chinesen. Eine deprimierende Erkenntnis, gerade hier in Berlin, sollte es tatsächlich klappen mit der Pingpong-WM 2012. Zunächst würde zwar die Zahl der Betonspieltische in den Berliner Parks sprunghaft steigen, auch der Import fernöstlicher Schläger und Bälle ginge in die Höhe. Aber ebenso gewiss wäre der frustrationsbedingte Vandalismus, der angesichts chancenloser heimischer Spieler über die öffentlichen Stätten enttäuschter Hoffnungen hereinbräche. Von den zahllosen zerhackten und verbrannten Schlägern, den demolierten Privattischen, die alsbald auf dem Sperrmüll landen, ganz zu schweigen. Kurzum: ein Flopp.

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