Berlin : Von Tag zu Tag: Pro Mark

Andreas Conrad

Wir sind für die Mark, basta. Und ein Contra wird gar nicht erst akzeptiert. Selbstverständlich bedeutet das kein nostalgisches Liebäugeln mit dem Kleingeld von gestern, auch unser Geldbeutel wurde mittlerweile zur D-Mark-freien Zone erklärt. Aber Ehre, wem Ehre gebührt, und so patriotisch wie in Spanien sind wir hier allemal. Dort nämlich, in dem südspanischen Städtchen Ayamonte, wurde jetzt eine Straße nach der gleichfalls abgewickelten Peseta benannt. Man wolle die an die Währung erinnern, "die uns 133 Jahre lang begleitet hat", gab Bürgermeister Gonzalez bekannt. Bei der D-Mark waren es einige Jahrzehnte weniger, aber so eine Monetenstraße wollen wir auch. Und die Wahl der richtigen Straße fällt ja nicht mal schwer: Wer, wenn nicht Ludwig Erhard, wäre mit der D-Mark als Namensstifterin einverstanden, und so schlagen wir denn vor, das nach ihm benannte Sträßlein südlich des Spreebogens in D-Mark-Ufer umzubenennen. Ein einleuchtender Plan, der nur einen Haken hat: In Berlin darf jeder Dahingeschiedene für einen Straßennamen herhalten, doch leider erst fünf Jahre nach seinem Tod.

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