Von Tag zu Tag : Quotenkiller

Werner van Bebber leidet an der Vernunft der Liberalen

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Die Liberalen haben sich in den vergangenen Wochen an exzessives Publikumsinteresse gewöhnt. Der Bedeutungsrausch motivierte die Berliner FDPisten zu einer gewagten Aktion: Ihr Landesparteitag beschloss zu Beginn mit Mehrheit, „dringlich“ sei die Debatte über die „personelle Neuausrichtung“ fortzusetzen.  Das Amt des Außenministers und der Fraktionsvorsitz seien „neu zu besetzen“. Ganz genau: Die Berliner Liberalen wollten Guido Westerwelle sozusagen wegstimmen.

Allerdings gaben die Strategen der Berliner FDP schon im Lauf des Parteitags die Devise aus, der kecke Antrag werde keine Mehrheit bekommen. Es habe keinen Sinn, immer weiter nach vorne zu stürmen, jetzt müssten erst mal wieder die Reihen geschlossen werden.

Westerwelle darf also  noch bleiben. Damit haben die Berliner zwar liberale Vernunft bewiesen, aber die Chance verpasst, richtig Medienkarriere zu machen. Der Parteitag, der per „livestream“ auch im Internet zu betrachten war, kam über durchschnittliche 17 bis 22 Zuschauer nicht hinaus. Was hätte das für eine Quote werden können – hätten sie Westerwelle „dringlich“ weggestimmt.

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