Von Tag zu Tag : Rat tut Not

Stephan Wiehler wünscht sich eine bessere Schwangerenberatung

Stephan Wiehler

Die katholische Kirche hat an diesem Wochenende ein „Fest des Glaubens und der Lebensfreude“ gefeiert. 400 behinderte und nichtbehinderte Menschen kamen zum ersten Treffen dieser Art in der Katholischen Akademie in Mitte zusammen. Berlins Erzbischof, Georg Kardinal Sterzinsky, rief die Anwesenden mit und ohne Handicap dazu auf, einander beizustehen. „Jeder Mensch ist kostbar“, betonte er.

Eine Selbstverständlichkeit? 92 Prozent aller werdenden Eltern, die ein behindertes Kind erwarten, entscheiden sich heute für einen Schwangerschaftsabbruch. Das seien zu viele, meint der Direktor der Geburtskliniken der Charité, Joachim Dudenhausen. Oft seien es nur geringe Fehlbildungen, die Ärzte diagnostizierten, und häufig werde zu einem sehr späten Zeitpunkt abgetrieben. Dann stehen Eltern allein vor der Entscheidung über Leben und Tod – denn bei Spätabbrüchen gibt es bisher keine gesetzliche Beratungspflicht. Eine entsprechende Ergänzung des Paragrafen 218, wie von der Bundesärztekammer gefordert, ist daher dringend notwendig.

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