Von Tag zu Tag : Rot-Blaupause

Stefan Jacobs erklärt einen Kartentrick.

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Zur Einstimmung was Buntes: „Rot- Schwarz graut vor Braun.“ Das war jetzt ein Satz mit vier Farben. Am Donnerstag im Parlament dagegen, das war Einsatz mit zwei Farben. Da ging es ums Übergangsgeld für den havarierten Mitternachtssenator Michael Braun. Die Piraten waren dagegen, dass der CDU- Mann das Geld bekommt. Alle bis auf Gerwald Claus-Brunner. Das ist der, der immer rumläuft, als wenn er gleich zur Schicht bei der BSR muss und dazu ein Pali-Tuch trägt, für das er schon relativ alt ist. Claus-Brunner griff also das blaue Kärtchen, während all seine Fraktionskollegen das rote zückten. Das sah nach schwerer Rot-Blau-Schwäche aus. Manche glaubten gar, der Mann sei völlig farbenblind und halte sein knalliges Outfit selbst für grau. Aber jetzt hat Claus-Brunner klargestellt, dass er sich verstimmt hat: Er habe jahrelang selbst Stimmkarten für seine Partei hergestellt, bei denen Blau „Ja“ und Rot „Nein“ bedeutete. Im Abgeordnetenhaus ist es umgekehrt – und am fetten Aufdruck „Nein“ bzw. „Ja“ auf den Karten eigentlich auch gut erkennbar. Uns Ungewählten soll’s egal sein. Bei uns bedeutet Blau „kalt“ und Rot „warm“. Und Braun „reich“ – so oder so.

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