Von Tag zu Tag : Rückwärtsgang

Andreas Conrad träumt noch immer vom Lehrter Bahnhof

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Der Lehrter Stadtbahnhof ist auf ewig verloren. Das war eine historische, in den späten Achtzigern rundum sanierte, dennoch 2002 abgerissene S-Bahn-Station nahe dem Humboldthafen. Die Bahn opferte sie ihrem Hauptbahnhof, und es wäre in der Tat etwas viel verlangt, diesen Glaspalast wieder abreißen und durch eine Rekonstruktion des alten Gemäuers ersetzen zu lassen. Andere Irrwege der Verkehrsplanung in dieser Stadt sind billiger zu korrigieren, und bei unverdrossener Beharrlichkeit der jeweiligen Aktivisten besteht sogar Hoffnung, dass dies tatsächlich geschieht. Am Bahnhof Zoo jedenfalls hat der Weg zurück in die glorreiche Vergangenheit bereits begonnen, will die Bahn die erneute Aufwertung zum Fernbahnhof nun doch nach jahrelangem Sträuben prüfen. Das macht Mut, auch einem anderen, in Vergessenheit geratenen Traum aufs Neue nachzuhängen und und für dessen Verwirklichung einzutreten: Wenn schon kein Lehrter Stadtbahnhof, dann zumindest ein Lehrter Bahnhof! So hieß der alte Kopfbahnhof, so wollte die Bahn den neuen Hauptbahnhof aus Traditionsgründen anfangs nennen. Leider blieb es dabei – aber muss man sich damit abfinden? (Seite 12)

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