Von Tag zu Tag : Ruf mal an!

Andreas Conrad sucht Brad Pitt im neuen Telefonbuch wieder vergebens

Dem ersten Telefonverzeichnis für die Stadt hatte die gefürchtete Berliner Schnauze rasch einen Spitznamen verpasst: „Buch der Narren“. Das war 1881, ganze 185 Einträge fanden sich darin, und nur wenige glaubten an einen Siegeszug der neuen Technik. Dieser Tage ist wieder einmal solch ein Band herausgekommen, doch von Narren spricht keiner mehr. Rund 1,33 Millionen Exemplare, eine Hälfte traditionell auf Papier, die andere auf CD-Rom, werden an den einschlägigen Orten gratis verteilt, ein Grund zur Freude, doch auch ein Anlass zur Wehmut. Denn wieder einmal sucht man Brangelina darin vergebens, ja, selbst wenn sich das Traumpaar überraschend entschließen sollte, die Anonymität der in ihren Kreisen gewohnten Geheimnummern aufzugeben und sich mit Name, Adresse, Nummer verzeichnen zu lassen, würden sie nie und nimmer darin auftauchen: „Wir kommen nicht!“ – das soll Brad Pitt nach Medienberichten ein für alle (und nicht das erste) Mal jüngst bekräftigt haben. Das Bier hier, das sei ihm schon recht, aber hier wohnen? Nie. Immerhin, könnte man es arrangieren, ihn in einem hiesigen Biergarten so lange unter den Tisch zu trinken, bis er praktisch alles unterschreibt, würde zuletzt auch er lallen: „Ich bin ein Berliner.“

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