Berlin : Von Tag zu Tag: Ruhmlos gehüpft

Stephan Künzli

Mit Rope Skipping wollte die AOK gestern Berlin "zum Beben bringen". Bevor Rope Skipping echt hipper Spaßsport wurde, hieß es Seilspringen. Das war langweilig. Jetzt heißt es englisch und geht deshalb doppelt so gut ab. 1500 Leute, vorab Kinder und Jugendliche, sollten sich vom trendigen Hüpfen anstecken lassen, ins Sportforum Hohenschönhausen kommen und dort drei Minuten lang mit ihrem Seil um die Wette springen. Spaß sollte es machen, aber den Teilnehmern nebenbei auch noch großen Ruhm einbringen: die Veranstalter versprachen nämlich einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.

Doch als der große Moment nahte, war Schluss mit Lustig. Zuerst hatten die Organisatoren sichtlich Mühe damit, ihre Gratis-Springseile unters Volk zu bringen. Dann stellten sie mit Schrecken fest, dass sich nur gerade 500 Leute offiziell in die Teilnehmerlisten eingetragen hatten und auch flammende Aufrufe nur noch ein paar wenige Nachzügler anlockten. Der Weltrekordversuch war gescheitert, Abbruch.

Berlin blieb das große Beben erspart. Die Gesundheitskasse schaffte nur ein Wutgrummeln im Bauch. Denn jetzt müssen wir auch noch die Schmach hinnehmen, dass ausgerechnet die Bayern besser hüpfen. Anfang Juni kamen dort auf dem Landesturnfest 1356 Leute zusammen und stellten den weiterhin ungebrochenen Weltrekord auf.

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