Von Tag zu Tag : Sand im Getriebe

Bernd Matthies über die dreiste Ausnutzung der Berliner Feuerwehr

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Wie die Feuerwehr kommt die Feuerwehr in Berlin, das ist durchaus amtlich. Nur steht dieser Schnelligkeit oft die Tatsache entgegen, dass die Lebensretter entweder ganz falsch oder wegen offensichtlicher Bagatellen alarmiert werden. Da gibt es Mitbürger, die sich in den Finger gesäbelt haben und es angemessen finden, das Pflaster mit viel Trara vom Löschzug bringen zu lassen, und andere, die den Retgungswagen alarmieren, um sich das Taxi zum Arzt zu sparen.

Keine Einzelfälle: Insgesamt 53 000 solcher Fehlalarme zählte die Berliner Feuerwehr im vergangenen Jahr. Niemand muss Experte zu sein, um zu ahnen, wie viel Sand im Getriebe das bedeutet, wenn es wirklich um Leben und Tod geht. Bemerkenswert ist aber auch die von den Feuerwehrleuten oft protokollierte Dreistigkeit, mit der die Anrufer darauf beharren, im Recht zu sein.

Frechheit oder Dummheit? Wohl eher ein Zeichen der Entsolidarisierung, die das normale Gefühl für Kosten und Nutzen, Eigenverantwortung und Anspruch außer Kraft setzt. „Dafür zahle ich doch Steuern“ – das ist die Grundmelodie dieser egozentrischen Haltung. (Seite 11)

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