Von Tag zu Tag : Schichtkäse

Bernd Matthies über die angeblich asozialen Pläne des Innensenators.

Bernd Matthies

Berliner, nehmt Abschied von eurer Polizei. Es geht bergab, der Innensenator möchte für die Beamten die Acht-Stunden-Wechselschicht statt der bisherigen Zwölf-Stunden-Schicht einführen. Das findet die Polizeigewerkschaft im Beamtenbund „menschenverachtend und asozial“.

Wenn wir die Presseerklärung richtig verstanden haben, wird die Acht-Stunden-Schicht dazu führen, dass die Polizisten wie die Fliegen sterben, noch bevor sie es zum Oberkommissar gebracht haben; schon vorher landen ihre Kinder in der Gosse, während die Frauen dem Alkohol verfallen. Es mag sein, dass das eine gewisse Vergröberung darstellt. Aber es stellt sich doch die Frage, weshalb die vielen Millionen Menschen in Acht-Stunden-Wechselschichten dagegen eher selten protestieren. Liegt es daran, dass sie die eventuell als ganz normal empfinden und froh über die Arbeit an sich sind?

Diese Erkenntnis kann man von einem verbeamteten Polizisten nicht verlangen, das ist klar. Was hätte die Gewerkschaft wohl gesagt, wenn der Innensenator von der Acht- zur Zwölf-Stunden-Schicht gewechselt wäre? Vermutlich: „Menschenverachtend und asozial“.

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