Von Tag zu Tag : Schlammschlacht

Andreas Conrad hat kein Faible für Elefantenfango.

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Der Elefant gilt als kluges, mit einem schon sprichwörtlichen Gedächtnis gesegnetes Tier, aber reinlich ist er nicht – nicht aus menschlicher Sicht. Ausgiebiges Suhlen im Schlamm – grässliche Vorstellung! Immerhin, auch das ist bekannt, schätzt der Elefant es, mit scharfem Wasserstrahl bespritzt zu werden, und wenn Pfleger und Zoobesucher Pech haben, spritzt so ein Dickhäuter schon mal zurück. Aber doch bitte mit Wasser! Nicht mit dieser braunen Schlammbrühe, die jetzt – wie auf Youtube zu besichtigen – einen Gast des Berliner Zoos traf, von einem Bullenrüssel quer über den Graben seines Freigeheges gespritzt. 150-prozentige Tierfreunde mögen von Urwald-Fango schwärmen, aber es bleibt doch eine arge Schweinerei. Wobei der Bespritzte noch Glück hatte, es war nur Lehm. Auch andere Substanzen wären denkbar. Unvergessen der Schimpanse Jonny, der von 1951 bis 1989 im Zoo lebte und sich zu einem wahren Publikumsliebling entwickelt hatte, dank ausgeprägter Mimik, verspieltem Wesen und ausgeprägter Treffsicherheit beim Werfen. Allerdings, nicht nur Freunde hat er sich damit gemacht. Lange Zeit wurde auf einem Schild gewarnt: „Vorsicht, Jonny wirft mit Dreck.“

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