Von Tag zu Tag : Schlangengrube

Stefan Jacobs kuschelt mit dem Python, solange er noch darf

Wenn irgendwo der Bär steppt und das Ordnungsamt es mitbekommt, werden jetzt 50 000 Euro Strafe fällig – falls es sich um einen illegal gehaltenen Bären handelt. Dasselbe droht jedem, der mit dem Wolf tanzt, sofern es nicht gerade der Wirtschaftssenator ist. Der Senat hat gestern nämlich die Verordnung zur privaten Haltung gefährlicher Wildtiere geändert. Außer den genannten sind auch andere dickfellige Freunde des Menschen betroffen, beispielsweise Vogelspinnen. Wer das mit den Haaren in der Wohnung unhygienisch findet und deshalb seine Couch lieber mit einer leicht abwaschbaren Riesenschlange teilt, muss ebenfalls aufpassen: Für bereits genehmigte Exemplare gilt Bestandsschutz, aber wenn vom Schmusepython eines Tages nur noch ein raschelnder Streifen Krepp in der Sofalandschaft verblieben ist, wird die Ersatzbeschaffung schwierig. Für weniger gefährliche Arten erlauben die Veterinärämter aber auch weiter Ausnahmen, sofern der Halter eine ausbruchsichere Behausung und einen gültigen Reptilienführerschein nachweist. Gut so. Noch besser wäre, wenn der Senat auch die Riesenschlangen in den Bürgerämtern abschaffen würde.

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