Von Tag zu Tag : Schwarze Liste

Ulrich Zawatka-Gerlach mag einer neuen Studie überhaupt nicht glauben.

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Es gibt Dinge, die widersprechen dem gesunden Menschenverstand. Dazu gehört eine neue Studie, die Berlin ehrliche Fahrgäste in U- und S-Bahn, Bus und Tram bescheinigt. Ehrliche Leute, die bezahlen, wenn sie den öffentlichen Nahverkehr benutzen! Das sollen wir glauben? Die Hochburgen des Schwarzfahrens ortet die von einem großen Onlinereiseanbieter veröffentlichte Untersuchung stattdessen in Dortmund und Frankfurt/Main. Das klingt noch plausibel, aber an dritter Stelle steht Karlsruhe, die Heimat des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesgerichtshofs. Badisch und gemütlich. Dort kauft man sich keinen Fahrschein auf dem Weg zu den Weinstuben im Botanischen Garten? Das können wir nicht akzeptieren. Zumal auch Paderborn in der schwarzen Liste ganz oben steht. Ein so nettes Städtchen im legendären Ost-Westfalen, gut bekannt durch seinen saftigen Pumpernickel, aber dort gibt es doch nicht wirklich einen messbaren öffentlichen Nahverkehr. Betrachten wir dies alles lieber als einen großen Irrtum – zugunsten der Schwarzfahrerhauptstadt Berlin.

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