Von Tag zu Tag : Schwarzes Loch

Bernd Matthies über ein beunruhigendes Köpenicker Phänomen

Von Tag zu Tag xtc HP mit Kontur

Die Vetschauer Allee ist was für Stadtplan-Gourmets. Auch langjährig Eingeborene haben von dieser dezentralen Köpenicker Magistrale noch nie gehört. Doch wozu gibt es Navigationssysteme? Unsere Leserin lässt sich im Dunkeln leiten, aber die Ansage ist unklar, da müsste was sein, nur ist da nichts, der Weg führt weiter, der Navi schweigt. Rumms. Knirsch. Das Auto ist im Gleisbett der Straßenbahn gestrandet, nichts geht mehr. Von hinten naht eine Straßenbahn, von vorn eine weitere, die Fahrer nehmen es locker: Das passiert hier öfter, sagt einer, das haben die Navigationssysteme irgendwie nicht drauf.

Es gibt Schlimmeres. Manchmal schickt die Elektronik den Fahrer einen Abhang hinunter oder veranlasst ihn, sich mit dem Wagen ins Hafenbecken zu stürzen; gemessen daran ist ein Köpenicker Gleisbett ein Klacks. Aber beunruhigend ist die Sache doch. Kann es sein, dass die deutsche Hauptstadt, einer der zivilisatorisch höchststehenden Orte der Welt, mit schwarzen Löchern durchsetzt ist, mit Lücken im Netz der globalen Satellitenkontrolle? Die Vetschauer Allee jedenfalls existiert. Aber wird das immer so bleiben? Wir behalten sie im Auge.

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