Von Tag zu Tag : Schwuppdiwupp

Ralf Schönball träumt von einer Welt mit günstiger Maklerprovision.

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Die Hoffnung stirbt zuletzt. Jene zum Beispiel, die heiß begehrte Altbauwohnung, 4. OG Vorderhaus, Stuckdecke, saniertes Bad, vier Zimmer zum bezahlbaren Preis, zu ergattern. Aber natürlich gibt es sie, es soll sogar Makler geben, die sie im Angebot haben. Makler? Kommt nicht infrage, viel zu teuer! Sechs Prozent soll ich ihm zahlen nur dafür, dass er die Tür aufschließt?

Der Ruf des Maklers ist nicht der beste, auch der von Politikern ja nicht immer, von Lobbyisten, selbst von manchen Journalisten ... wir schweifen ab. Weil also nach landläufiger Meinung Makler viel Geld für wenig Leistung erhalten, wollte der Senat ihnen kurzerhand die Bezüge kürzen. Die „Maklertaxe“ sollte die gesetzliche „Courtage“ ersetzen. Das hat ein Sonderkommando der Maklerbranche, Lobbyisten also, nun abgeräumt. Die Taxe gilt nur dann, wenn nichts anderes schriftlich vereinbart ist. Der Tipp des Senats lautet also: nichts unterschreiben, Makler warmhalten, Daumen drücken.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch in der Realität am hart umkämpften Wohnungsmarkt unterschreibt jeder fast alles, was sich Makler nur wünschen können – und die schönsten Wohnungen sind schwuppdiwupp einfach weg.

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