Von Tag zu Tag : Sei gefährlich!

Bernd Matthies fühlt sich etwas unsicher im bröckelnden Berlin.

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Ach, Berlin. Es gibt ja Leute, beispielsweise drunten in Bayern, die behaupten, der Weltuntergang wäre die einzige Chance gewesen, die Stadt noch mal anständig hinzubauen, ohne diesen ewigen Pfusch. Die Gelegenheit ist vertan, wir müssen mit dem auskommen, was wir haben, und das sieht bitter aus. Berlin, so scheint es, kommt weder mit einfachen Problemen (Schlaglöcher) noch mit schwierigen (Brandschutzanlagen) zurecht. Wenn dann noch unerwartet Pfähle im Grundwasser auftauchen ...

Und nun auch noch die Altlasten. Als die neue Hauptstadt gebaut worden ist, damals in den Neunzigern, haben Baukolonnen aus aller Welt um die Wette gemörtelt und dabei, sagen wir, nicht immer schulmäßig gearbeitet. Was da am Bahnhof Friedrichstraße los war, lässt sich ahnen: Irgendwer hatte zu viel Beton geordert, und der Polier handelte pragmatisch: Klatscht das Zeug doch einfach da unten an die Gleise, das merkt doch keiner! Und nun kommt es runter.

Ist das was fürs Stadtmarketing? Nach bewährtem Muster: Sei mürbe, sei gefährlich, sei Berlin. Oder gleich richtig? Touristen: Kommt in die Stadt, solange sie noch steht!

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