Von Tag zu Tag : Sparmodell

Andreas Conrad hätte niemals Fantasiepreise für Elton John gezahlt

Andreas Conrad

Ist diese Stadt nicht wie eine Kerze im Wind? Eine Flipperkugel, von falschen Finanzzauberern ins pekuniäre Aus geschossen? Ein Ort, in dem nur noch die Krokodile fröhlich rocken, zahnbewehrt und daher vor jedem vermeintlich artgerechten Tötungsbegehren geschützt? Eine Metropole voller Gewinner, gewiss, und doch auf der Verliererseite, unfähig, in absehbarer Zukunft je wieder auf einen grünen Zweig zu kommen. Auf jeden Fall ist es kein Ort, in dem man für das Absingen altbekannter Lieder astronomische Eintrittspreise verlangen könnte. Selbst Elton John, ein „Rocket Man“ des Musikgeschäfts, musste das einsehen und zog doch nicht schmollend auf ewig von dannen, sondern kehrte zurück und offeriert diesmal – nun, nicht gerade eine Show für Arme, und schon gar kein Benefizkonzert fürs Prekariat wie soeben für die darbende Hillary. Aber allein schon mit diesem Auftritt in New York hat er erneut sein Herz für die Bedürftigen dieser Welt bewiesen, und so wird seine Show in Berlin garantiert zu einer großartigen Demonstration neuer Bescheidenheit und Güte.

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