Von Tag zu Tag : Spitzenkräfte

Ulrich Zawatka-Gerlach möchte eine unpopuläre Debatte vorantreiben

Ulrich Zawatka-Gerlach

Mancher gibt sich viele Müh’ mit dem lieben Federvieh. Aber nicht in Berlin, wo politisch engagierte Gockel und Hühnchen einschließlich der zuarbeitenden Führungsstäbe durchweg bescheiden bezahlt werden. Die Landespolitik, sei es im Parlament oder in den Behörden, ist wirklich kein Mastbetrieb, auch wenn es an vielen Stammtischen anders dröhnt.

Das heißt nicht, dass wir Mitleid haben müssen. Wer in die Politik geht, tut dies freiwillig. Und jene Berliner Spitzenbeamten, die mit knurrenden Mägen auf die vollen Futtertröge in Bund und Ländern schauen, müssen keine Angst vor Arbeitslosigkeit oder einer Hungerrente haben. Trotzdem muss die Stadt aufpassen, dass sie gute Leute am Ende nur noch damit ködern kann, dass Berlin so schön grün, preiswert und metropolisch ist. So mancher schaut doch lieber zuerst aufs Portemonnaie – und gibt Hamburg oder Sachsen den Vorzug. Was sind uns öffentliche Spitzenkräfte wert? Die Frage wird seit vielen Jahren nicht ehrlich diskutiert, weil sich das keiner traut. (Seite 14)

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