Von Tag zu Tag : Spree ahoi!

Andreas Conrad fürchtet, die Stadt vor lauter Segeln nicht mehr zu sehen.

Andreas Conrad

Die „Titanic“ war zwar nicht eisbergsicher, hatte aber einen nicht zu unterschätzenden ökologischen Vorteil: Nur drei ihrer vier Schlote dienten der Rauchentsorgung und hätten, wäre der Dampfer nicht schon vor Urzeiten gesunken, mit Filtern den Erfordernissen der Berliner Umweltzone angepasst werden müssen.

Nun war der legendäre Ozeanriese für Spree und Havel zwar ohnehin zu unhandlich, allenfalls auf dem Müggelsee hätte er sich vielleicht um die eigenen Achse drehen können. Aber seine Schlote, ob nun abgasfrei oder nicht, werfen doch die Frage auf, was denn nun werden soll mit der christlichen, gleichwohl umweltschädlichen Spreefahrt in Berlin. Immer nur in den Außenbezirken herumschippern, mit riesigen Umwegen über das brandenburgische Kanalsystem – das ist sicher ebenfalls nicht im Sinne des zu stoppenden Klimawandels.

Denkbar wären angesichts des Alters mancher Schiffe Ausnahmeregelungen für Oldtimer. Oder die Stadt besinnt sich wieder auf sein maritimes Erbe, der Zeit des Großen Kurfürsten, als Segelschiffe aus Berlin die Weltmeere durchkreuzten. Unsrere Brücken müssten allerdings vorher weg.

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