Von Tag zu Tag : Stacheltiere

Andreas Conrad wurde schon lange nicht mehr von einer Wespe gestochen.

von

Die Schrecken der Natur hat besonders wortgewaltig und bildkräftig Wilhelm Busch beschrieben. Man nehme nur der armen Onkel Fritz, dem Max und Moritz mit Maikäfern zusetzten: „Hin und her und rundherum / Kriecht es, fliegt es mit Gebrumm.“ Gerade wenn man sich in seinem Bett sicher fühlte vor den Anfeindungen der Welt, sind solche geballten Attacken ein Graus, und ein Käfer sticht nicht mal. Aber eine Luftflotte ergrimmter Wespen, im Sturmangriff auf harmlos sich vergnügende Schüler – das ist hart. Gut also, dass gleich Kuscheltiere zur Hand waren, doch für die familiäre Antischocktherapie empfehlen wir wiederum Busch. Der hat sich in „Der Schnuller“ ebenfalls mit dem kindlichen Leiden am Wespenunwesen auseinandergesetzt: „Der Willi spielt mit seiner Zehe, / die Wespe lauert in der Nähe.“ Nämlich auf den Schnuller, eher ist es ein Lutscher, auf den es auch zwei junge Hunde abgesehen haben. Ein Lolli, vier Leckermäuler – das kann nicht gut gehen: „Der Wespenstich macht keine Freude, / Die Hunde fliehen alle beide.“ Zurück bleiben Willi und das Insekt: „Die Wespe mit vergnügtem Sinn / Betrachtet sich als Siegerin.“ Das bleibt sie nicht lange: „Großmutter aber kommt allhier / Und kehrt hinweg das Stacheltier.“ Zurück bleiben nur Einzelteile. Rache ist süß! (Seite 12)

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben