Von Tag zu Tag : Stadt-Nomaden

Matthias Oloew freut sich, dass die Berliner sesshaft werden

Matthias Oloew

Kaum hat Berlin mal wieder in irgendeinem dieser merkwürdigen Städte-Rankings den letzten Platz belegt, haben wir leichtfertig eine lange verteidigte Spitzenposition eines anderen Rankings aufgegeben. Der Verband der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU) meldet: Die Berliner sind nicht mehr deutsche Umzugsmeister. Nach der Statistik des Verbandes kündigten im vergangenen Jahr nur 8,6 Prozent der Mieter ihre Verträge, im Jahr davor waren es noch 9,5 Prozent – das ist nicht mal mehr Bundesdurchschnitt!

Und trotzdem frohlockt der BBU. Erstens, weil dies auf eine größere Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt hindeute, die dazu führe, dass die Berliner lieber in ihrer Wohnung bleiben, statt sich etwas Besseres zu suchen. Und zweitens, weil darin ein Zeichen für die wirtschaftliche Erholung der Stadt zu sehen sei: Immer weniger Menschen müssten aus Berlin wegziehen, um Arbeit zu finden. Na bitte.

Abgegeben haben wir die Nomaden- Spitzenposition übrigens an die Niedersachsen. Auch irgendwie verständlich.

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