Von Tag zu Tag : Stephan Wiehler erwartet in der Sache Luxemburg ein Mordsding

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Wie alt muss ein Mensch werden, bevor ihn die Berliner Staatsanwaltschaft nicht mehr verfolgt? Die Frage stellt sich, nachdem die Ermittler jetzt eine Obduktion des wächsernen Torsos angeordnet haben, der 90 Jahre lang in der Charité herumlag. Es sind die Überreste einer unbekannten Frauenleiche, die der Chef der Rechtsmedizin vor allem wegen der anatomischen Aufälligkeit eines Hüftschadens für den Rumpf der ermordeten Kommunistenführerin Rosa Luxemburg hält.

Sie wurde im Januar 1919 gemeinsam mit Karl Liebknecht von Soldaten verschleppt, misshandelt und getötet. Monate später zog man ihre Leiche aus dem Landwehrkanal, doch dann verliert sich ihre Spur, in ihrem Grab auf dem Friedhof der Sozialisten in Friedrichsfelde soll eine andere Tote bestattet sein. Nun könnte dieser geheimnisvolle Torso das letzte Rätsel der Revolutionärin freigeben, bevor sie endlich ihre letzte Ruhe finden darf. Wer weiß, vielleicht wird noch eine Mordsache draus.

Diese Freikorps-Soldaten waren zähe Burschen. Die sitzen womöglich noch in einer vergessenen Eckkneipe an der Kurfürstenstraße und prahlen: „Wir ham damals det Ding am Landwehrkanal jedreht.“ Und wenn man sie hops nimmt, werden sie erfahren, dass der Krieg zu Ende ist. „Wat, schon der zweete? Und: Hamwa mal jesiegt?“

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