Von Tag zu Tag : Tapsbär

Annette Kögel beobachtet den Streit um Berlins Zoochef

Annette Kögel

Berlins Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz zeigt gerne Pranken – und agiert dabei, wie es eben in der Natur großer Tiere liegt – nicht immer feinfühlig. Im Falle des Bären Knut, dessen Popularität dem Unternehmen Zoo und Tierpark seit mehr als einem Jahr Millionen in die Kassen spült, benimmt er sich nun eher poltrig und tapsig, wenn er angesichts des drohenden Rechtsstreits um die Eisbären-Einnahmen, die berechtigten Ansprüche Neumünsters auf Beteiligung allenfalls mit ein paar Pinguinen abzugelten. Doch sein Amtskollege Peter Drüwa prüft als Eigentümer des Bären rechtliche Schritte, um an Knut mitzuverdienen. Berlins Zoochef sollte etwas weniger provozieren. Es ist ja durchaus klug, dass Blaszkiewitz nicht allzu lautstark um Knut als Dauergast im Zoo wirbt, um die Ablösesumme nicht in die Höhe zu treiben. Doch beim Rechtsstreit um Millionen muss der Zoo endlich auf die Neumünsteraner zugehen, um einen Prozess zu vermeiden. Sonst schadet er letztlich dem Berliner Steuerzahler, der drohende Verluste über den Landeshaushalt ausgleichen muss.

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