Berlin : Von Tag zu Tag: Unter Brüdern

Christian van Lessen

Hören wir nicht schon allerorts das große Jammern? Ein Wirtschaftssenator von der PDS? Wie soll der die Stadt voranbringen, wo es doch schon die anderen vor ihm kaum geschafft haben? Verprellt ein dunkelroter Sozialist, der Kapital nur mit Marx verbindet, nicht jeden gutwilligen Investor mit etwas Profitneurose? Auch wenn der nur eine Bude am Alex eröffnen und irgendwann ein bisschen Mehrwert abschöpfen will? Von Hochhaus-Planern ganz zu schweigen, die schon verprellt worden sind. Nein, hören wir, schlimmer kann es gar nicht kommen, für Aufschwung steht das Signal auf Rot!

Gemach, gemach. Wir denken, es kommt ganz anders. Im Palast der Republik werden vielleicht schon in wenigen Wochen der einstige Volkskammersaal und das Foyer eröffnet. Im Rohbau dürfte es eine ständige Ostpro-Schau geben. Bruderländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Kuba und Nordkorea könnten ein Handelszentrum einrichten und es mit dem Auf- und Ausbau wirtschaftlicher Beziehungen danken. Wahrscheinlich, dass endlich nach Havanna auch wieder Intercontinental-Nonstop-Linienflüge nach Pjöngjang eröffnet werden, was die Planung für den Großflughafen Schönefeld beflügelt. Rostock-Laage im Norden, Havanna im Westen und Pjöngjang im Osten - das ließe sich schon fast als internationales Drehkreuz verkaufen, New York und Washington werden folgen wollen.

Jammern hilft nichts mehr: Die Wirtschaft wird der PDS noch dankbar sein.

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