Von Tag zu Tag : Unter Puppen

Andreas Conrad gäbe kein Königreich für ein Pferd.

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Mein Königreich für ein Pferd“ – einer der berühmtesten Zeilen der Theatergeschichte. Nun geht es zwar auch in „War Horse“, der für 2013 im Theater des Westens geplanten Inszenierung eines in London und New York erfolgreichen Bühnenstücks, um ein Pferd, aber Shakespeare’sches Format ist wohl nicht zu erwarten. An diesem Montag wird die fürs Stück essenzielle Pferdepuppe schon mal im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums der Presse vorgeführt, und damit kommt nun nicht das Pferd Richards III. mit ins Spiel, vielmehr Condé, Lieblingspferd Friedrichs II. Es schätzte Melone und Feigen, durfte sogar Sanssouci betreten, war kein Schlachtross im engeren Sinne. Dennoch zog es nach seinem Ableben ausgestopft ins Zeughaus ein, stand noch im letzten Krieg etwa dort, wo  das „War Horse“ galoppieren soll. Zuletzt war Condé aber recht ramponiert. Museumsbesucher hatten sich einen Spaß daraus gemacht, dem Fliegenschimmel die Flecken auszureißen. Im Kalten Krieg tauchte in West- Blättern vorübergehend sogar das Gerücht auf, das Fell sei unter der SED-Herrschaft zu Schuhsohlen verarbeitet worden. Das war wohl Propaganda.

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