Von Tag zu Tag : Untherapierbar

Werner van Bebber würde manches gern nicht so genau wissen.

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Manche Leute leben ein Leben in dieser Stadt, von dem wir Normalberliner uns keine Vorstellung machen. Zum Glück hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres nun eine Studie publiziert, die allen Polizisten, Jobcenterangestellten, OP-Schwestern, BSR-Mitarbeitern im Außendienst, Supermarktkassiererinnen und nicht zuletzt leidgeprüften Busfahrern die Augen öffnen wird für die Annehmlichkeiten ihrer irdischen Existenz, verglichen mit denen der Lehrer im Bezirk Mitte. 561 Pädagoginnen und Pädagogen wurden befragt, fast allen geht es mehr oder minder schlecht. Dass fast die Hälfte unter „Rückenschmerzen“ und „Verspannungen“ leidet, erstaunt dabei noch am wenigsten – Rückenschmerzen gehören in Berlin seit langem zur untherapierbaren Begleiterscheinung des festangestellten, zumal des verbeamteteten Berufslebens. Problematischer ist die „Gereiztheit“, an der angeblich ebenfalls fast die Hälfte aller befragten Lehrer in Mitte leidet. Denn die muss sich ja auf die Schüler auswirken, die aggressiv oder depressiv reagieren werden. Scheeres überlegt, die Befragung auf alle Berliner Lehrer auszuweiten. Kaum auszudenken, was dabei herauskommt. (Seite 11)

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