Berlin : Von Tag zu Tag: Verschaukelt

Stephan Wiehler

Das war ja nicht anders zu erwarten: Seit die Kommunisten wieder regieren, geht es bergab mit Berlin. Wenige Tage nach dem "Fehlstart" (Klaus Wowereit) des rot-roten Senats im Abgeordnetenhaus ist jetzt endgültig Schluss mit lustig. Wirtschaftssenator Gregor Gysi kann einpacken, noch ehe er richtig anpacken konnte. Die Pleite hat einen Namen: Norbert Witte. Der Betreiber des Spreeparks hat sich mitsamt Karussells und Budenzauber nach Südamerika abgesetzt. Die neue Landesregierung hat damit ihren ersten Wirtschaftsflüchtling. Mit den Gläubigern des Millionenschuldners sind Hunderttausende Ostberliner um ihren Vergnügungspark im Plänterwald betrogen.

Für PDS-Wähler mag die Erfahrung, verschaukelt zu werden, nicht neu sein. Weitaus demütigender für das Ansehen der Stadt ist das Fluchtziel des Amüsierdirektors. Er hat Berlin den Rücken gekehrt, um einen Luna-Park in der peruanischen Stadt Puno zu eröffnen. Ein verheerenderes Signal für mögliche Investoren hätte Norbert Witte kaum hinterlassen können. Wowereit und Genossen werden die nächsten fünf Jahre alle Hände voll damit zu tun haben, die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Berlin zu steigern, um wieder auf Plätze vor Metropolen wie Ouagadougou, Dschalalabad und Santa Fé de Bogota vorzurücken. Vielleicht sollte sich der Senat dazu kompetente Berater aus Puno kommen lassen. Zumindest in der Vergnügungsbranche scheinen die sich dort bestens auszukennen.

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