Von Tag zu Tag : Viraler Teufel

Sabine Beikler rät dem Schulpersonal, einfach mal im Bett zu bleiben.

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Würde Berlin zwischen Köln und Düsseldorf liegen, hätte man Verständnis für die Zahl kranker Lehrer. Seit Beginn der fünften närrischen Jahreszeit haben sich allein an der Spandauer Grundschule am Beerwinkel zwischen dem 11. – ja genau, dem! – und dem 15. November elf Lehrer krankgemeldet. Der Grund liegt nicht in karnevalesker Ungestümheit, sondern ist meteorologisch jahreszeitenbedingt und macht sich symptomatisch mit Halsschmerzen, triefender Nase, krächzender Stimme und allgemeiner Niedergeschlagenheit bemerkbar. Es ist die Zeit grippaler Infekte, die gemeine Erkältung. Und pünktlich zur Schnupfen-Saison fängt das allgemeine Wehklagen über dauerkranke Lehrer und die Forderung nach einer 110-prozentigen Personalausstattung an allen Schulen wieder an.

Dazu sei gesagt: Erstens ist die Zahl dauerkranker Lehrer von 1369 in 2012 auf 1055 in diesem Jahr gesunken. Zweitens: Eine Statistik über alle zurzeit in Berlin an grippalem Infekt laborierenden Pädagogen liegt nicht vor. Drittens: Eine Erkältung wird relativ einfach übertragen von Lehrer zu Lehrer, von Lehrer zu Schüler, von Schüler zu Schüler und Schüler zu Lehrer. Ein viraler Teufelskreis. Auch fehlt es bedauerlicherweise in Berlin an einer Statistik, wie viele Schüler zurzeit verschnupft sind. Es werden einige sein. Nun könnte man von einer Kongruenz zwischen kranken Lehrern und Schülern ausgehen. Eine Art Ausgleich, ein Nullsummenspiel. Steckt die Kranken ein paar Tage ins Bett. Es wird klimabedingt auch wieder gesündere Zeiten geben. Kein Grund also zur Hysterie. Alaaf und Helau!

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