Von Tag zu Tag : Voll daneben

Stefan Jacobs speckt die Silvesterparty ab, damit alle genug Platz haben.

Dicht an dicht. Im Gedränge ist es wichtig, nicht den Kopf zu verlieren. Foto: Imago
Dicht an dicht. Im Gedränge ist es wichtig, nicht den Kopf zu verlieren. Foto: ImagoFoto: IMAGO

Zu unseren Vorsätzen fürs neue Jahr gehört, nicht mehr so zu übertreiben. Da Vorsätze bekanntlich nicht lange halten, wenden wir diesen hier wenigstens rückwirkend an. Also: Auch in der Wahrheit treu ergebenen Qualitätszeitungen stand vergangenes Jahr, dass auf der Festmeile am Brandenburger Tor bis zu zwei Millionen Menschen ins neue Jahr feiern würden. Das stimmt im Prinzip auch, aber es waren eben nur bis zu zwei Millionen, und die letzte Null ist dann doch zu Hause geblieben. Zum Glück: Experten haben errechnet, dass das 80 000 Quadratmeter große Veranstaltungsgelände mit 200 000 Menschen schon ziemlich voll wäre. 400 000, also fünf pro Quadratmeter, wären dramatisch. Da am Brandenburger Tor zusätzlich noch Imbissbuden, Klohäuschen und das ZDF standen, müsste bei zwei Millionen Besuchern jeder drei weitere auf den Schultern getragen haben. Wie bei der seligen Motorradstaffel der Polizei. Die „über eine Million Besucher“ (Veranstalter für die Meile) hatten sich mit den „zwei Millionen“ (Tourismuswerber für die ganze Stadt) zu einer unüberschaubaren Menge vereint.

War also nichts. Aber mit 1,9 Kilometern vom Brandenburger Tor bis zum Großen Stern gehört die Berliner Meile zweifellos zu den längsten der Welt.

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