Von Tag zu Tag : Vor dem Streit

Werner van Bebber sieht ins heiße Herz der FDP

Werner van Bebber

Zwei Parteien schaffen immer wieder eine gewisse Klarheit im Politbetrieb. Die Linkspartei steht für den Staat als Problemlöser, die FDP will den Leuten zu viel Staat ersparen. Das ist in Berlin eine mühselige Mission. Deshalb braucht die FDP mehr noch als andere Parteien und so sehr wie die Linkspartei Politiker mit einem populistischen Talent. Bei Günter Rexrodt, dem Mann, der die FDP wieder ins Abgeordnetenhaus wuchtete, war aus der Fähigkeit zur Verkaufe längst etwas Eigenes geworden – er gefiel den Berlinern, weil „Mr. Wirtschaft“ die Mühen der Ebene nicht scheute. Nun war es lange ruhig um die FDP – zu ruhig. Fraktionsvormann Martin Lindner macht also das, was nötig ist: Er begibt sich ins personalpolitische Rennen mit Markus Löning, der es meist dann in die Nachrichten schaffte, wenn die FDP mal wieder wegen ihrer Anziehungskraft auf Sektierer, Politmonomanen und Überzeugungstäter aufgefallen war. Monate des Streits liegen vor der Berliner FDP. Dieser Streit, das wissen die Liberalen, hält sie jung, frisch und angriffslustig. (Seite 8)

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